Projekt-Ratgeber

Doppelstabmattenzaun selber setzen:
Anleitung, Material und typische Fehler

Ein Doppelstabmattenzaun ist der Zaun, den man am ehesten selbst baut: gerade Elemente, einfache Verbinder, keine Schweißarbeiten. Schief wird er fast immer aus demselben Grund – die Pfosten.

Zuletzt aktualisiert: 22. September 2026 · Lesezeit ca. 10 Minuten

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Wir führen keine eigenen Produkttests durch. Diese Anleitung beruht auf allgemein üblichen Montagegrundsätzen und öffentlich verfügbaren Hersteller- und Händlerangaben. Die Links zu InterGard und zu Amazon sind Affiliate-Links (Werbung): Kaufen Sie darüber, erhalten wir eine Provision, am Preis ändert das nichts.

Warum gerade Doppelstabmatten

Doppelstabmatten sind verschweißte Gitterelemente aus Stahldraht: Je zwei waagerechte Drähte umschließen einen senkrechten. Durch diese Bauweise sind sie deutlich steifer als ein Maschendrahtzaun, der gespannt werden muss und mit den Jahren durchhängt.

Für Heimwerker sind sie aus einem praktischen Grund attraktiv: Jedes Element hat dieselbe Breite, die Pfosten haben vorgebohrte Löcher, und die Matten werden mit Klemmleisten verschraubt. Es gibt nichts zu spannen, zu schweißen oder zuzuschneiden – außer am Ende des Zauns, wo die letzte Matte meist gekürzt werden muss.

Der Nachteil: Ein Doppelstabmattenzaun ist blickdurchlässig. Wer Sichtschutz möchte, braucht zusätzlich Streifen, Blenden oder Netze, die in die Matten eingezogen oder daran befestigt werden.

Die Drahtstärke: 6/5/6 oder 8/6/8

Die drei Zahlen, die bei jeder Matte stehen, sind die Drahtstärken in Millimetern: waagerecht, senkrecht, waagerecht. Sie entscheiden, wie stabil der Zaun ist und wie schwer die Matten beim Aufbau sind.

AusführungTypischer EinsatzZu bedenken
5/4/5Leichte Abgrenzung, niedrige BeeteinfassungGünstig, biegt sich aber bei Belastung leichter durch
6/5/6Standard für Garten und GrundstückGuter Kompromiss aus Stabilität, Gewicht und Preis
8/6/8Gewerbe, Sportplätze, hohe ZäuneSehr stabil, aber deutlich schwerer beim Einhängen

Für einen normalen Gartenzaun ist 6/5/6 fast immer die richtige Wahl. 8/6/8 lohnt sich erst, wenn wirklich Last auf den Zaun kommt.

Vor dem Kauf: Grenze, Höhe, Genehmigung

Bevor das erste Loch gegraben wird, sollten drei Dinge geklärt sein – nachträglich lassen sie sich nur mit viel Aufwand korrigieren.

Der genaue Grenzverlauf. Ein Zaun, der zehn Zentimeter auf dem Nachbargrundstück steht, ist ein Dauerstreit. Wenn die Grenzsteine nicht eindeutig zu finden sind, hilft ein Blick in die Flurkarte oder im Zweifel ein Vermesser.

Die zulässige Höhe. Ob und wie hoch ein Zaun ohne Genehmigung sein darf, regelt jedes Bundesland in seiner Bauordnung. Dazu können Vorgaben aus dem Bebauungsplan kommen, etwa zu Höhe oder Farbe im Vorgarten. Ein kurzer Anruf beim Bauamt der Gemeinde klärt das verbindlich.

Das Nachbarrecht. Die meisten Bundesländer haben ein eigenes Nachbarrechtsgesetz, das regelt, wer an der Grenze einfrieden darf und in welcher Form. Wer den Zaun direkt auf die Grenze setzen möchte, sollte sich vorher mit dem Nachbarn abstimmen – am besten schriftlich.

Material berechnen: Matten, Pfosten, Beton

Die Rechnung beginnt mit der Zaunlänge. Gängige Doppelstabmatten sind 2,51 Meter breit. Die Zahl der Matten ergibt sich aus der Länge geteilt durch 2,51, aufgerundet. Pfosten braucht man eine mehr als Matten – und für jede Ecke und jedes Tor zusätzlich einen.

Rechenbeispiel: 20 Meter gerader Zaun

20 ÷ 2,51 = 7,97 → 8 Matten · 8 + 1 = 9 Pfosten · 9 Fundamente mit je rund 30 × 30 × 80 cm ≈ 0,07 m³ → zusammen etwa 0,65 m³ Beton. Die letzte Matte muss hier kaum gekürzt werden. Bei einem Zaun mit einer Ecke kommt ein Pfosten hinzu, bei einem Tor die Torpfosten.

Viele Händler bieten Doppelstabmatten als Satz an, also Matte zusammen mit Pfosten und Befestigungsmaterial. Das erspart die Suche nach passenden Klemmleisten und Schrauben – es lohnt sich aber zu prüfen, was genau im Satz enthalten ist und ob ein Endpfosten extra bestellt werden muss.

Werkzeug für den Zaunbau

  • Spaten und Erdlochbohrer – ein Handerdbohrer bohrt das Loch schnell in die Tiefe, auf die volle Fundamentbreite erweitert man es anschließend mit dem Spaten. Bei steinigem Boden hilft ein Motor-Erdbohrer aus dem Verleih.
  • Richtschnur und zwei Pflöcke – die wichtigste Hilfe für einen geraden Zaun.
  • Wasserwaage, möglichst lang – für Lot und Höhe der Pfosten.
  • Beton – Fertigbeton für Pfosten oder selbst gemischt, dazu eine Schubkarre oder Mörtelwanne.
  • Akkuschrauber oder Steckschlüssel für die Klemmleisten.
  • Winkelschleifer mit Trennscheibe für die letzte Matte. Die Schnittkanten anschließend mit Zinkspray oder Lackstift schützen, sonst rosten sie.

Drei Werkzeuge, die den Unterschied machen

Spaten und Akkuschrauber liegen meist schon im Keller. Diese drei fehlen dagegen oft – und genau an ihnen hängt, ob der Zaun gerade steht und die Schnittkanten nicht rosten.

Güde Handerdbohrer GH 150

Güde Handerdbohrer GH 150

Handerdbohrer mit 15 Zentimetern Durchmesser und 104 Zentimetern Gesamtlänge, laut Hersteller für das Setzen von Zaunpfählen gedacht. Großer Quergriff aus Metall, rutschfeste Handgriffe, rund 3 Kilogramm leicht. Bohrt schnell auf Tiefe – für ein 30 Zentimeter breites Fundament wird das Loch danach mit dem Spaten erweitert. Herstellerangaben, keine eigene Prüfung.

STABILA Wasserwaage Type 80 AS in Gelb

STABILA Wasserwaage Type 80 AS, 80 cm

Verstärktes Alu-Profil mit einer Horizontal- und einer Vertikal-Libelle – die senkrechte Libelle ist beim Ausrichten der Pfosten entscheidend. Integrierte Rutsch-Stopper, laut Hersteller ±0,5 mm/m Messgenauigkeit. Tipp: Jeden Pfosten an zwei Seiten anlegen. Herstellerangaben, keine eigene Prüfung.

Spraydose NIGRIN Zinkspray 400 ml

NIGRIN Zinkspray, 400 ml

Erneuert laut Hersteller die Rostschutzschicht nach der Metallbearbeitung – genau das Richtige für die Schnittkante der gekürzten Matte. Trocknet schnell zu einer grauen Schicht; auf anthrazitfarbenen Matten danach mit passendem Lack überstreichen. Herstellerangaben, keine eigene Prüfung.

Doppelstabmattenzaun aufbauen: Schritt für Schritt

1. Flucht festlegen

Anfangs- und Endpunkt mit Pflöcken markieren und eine Richtschnur straff spannen. Die Schnur läuft etwa auf Höhe der späteren Pfostenoberkante und zeigt Flucht und Höhe zugleich an.

2. Eck- und Endpfosten zuerst setzen

Loch ausheben, Pfosten auf die richtige Höhe bringen, in beiden Richtungen lotrecht ausrichten und einbetonieren. Diese Pfosten sind die Referenz für alles, was folgt – hier lohnt sich Sorgfalt mehr als an jeder anderen Stelle.

3. Abwechselnd Matte und Pfosten

Statt alle Löcher vorab zu graben, das nächste Loch erst dann ausheben, wenn die Matte am vorherigen Pfosten hängt. Die Matte wird so zum Abstandshalter, und der Pfostenabstand stimmt automatisch.

4. Pfosten ausrichten, dann betonieren

Jeden Pfosten an der Schnur ausrichten, lotrecht stellen und gegebenenfalls mit Latten abstützen. Erst dann den Beton einfüllen und verdichten. Die Oberfläche leicht vom Pfosten weg abschrägen, damit Wasser abläuft.

5. Aushärten lassen

Vor dem endgültigen Festziehen und vor allem vor dem Anbringen von Sichtschutz sollte der Beton ausgehärtet sein. Die Angaben auf dem Sack beachten – Schnellbeton ist schneller belastbar, normaler Beton braucht deutlich länger.

6. Letzte Matte kürzen

Das Restmaß ausmessen, die Matte mit dem Winkelschleifer an einem senkrechten Draht kürzen und die Schnittkante gegen Rost behandeln.

7. Klemmleisten und Abdeckkappen

Alle Verschraubungen nachziehen und die Pfostenkappen aufsetzen. Offene Pfosten füllen sich sonst mit Wasser, das im Winter gefriert.

Komplettsätze bei InterGard

InterGard ist ein Fachhändler für Zaunsysteme und bietet Doppelstabmatten als Satz an – nach Händlerangabe mit Matte, Pfosten und Montagematerial, in Anthrazit und mehreren Höhen. Die Matten sind laut Händler 2,51 Meter breit und in der Stärke 6/5/6 ausgeführt. Welche Höhe passt, hängt vom Zweck ab:

Doppelstabmatte in Anthrazit mit Pfosten und Klemmleiste
Doppelstabmatte mit Pfosten und Klemmleiste. Bild: InterGard
Die drei Zaunhöhen 103, 143 und 183 Zentimeter im Vergleich zu einer 1,75 Meter großen Person 103 cm 143 cm 183 cm 1,75 m
Maßstabsgetreue Skizze: sichtbare Zaunhöhe über dem Boden im Vergleich zu einer 1,75 m großen Person.

Doppelstabmattenzaun anthrazit, 103 cm hoch

Niedrige Höhe als Abgrenzung zum Gehweg oder im Vorgarten, wo oft ohnehin Höhengrenzen gelten. Laut Händler als Satz mit Pfosten und Montagematerial. Herstellerangaben, keine eigene Prüfung.

Doppelstabmattenzaun anthrazit, 143 cm hoch

Die mittlere Höhe für Gärten mit Hund oder als klassischer Grundstückszaun. Laut Händler als Satz mit Pfosten und Montagematerial. Herstellerangaben, keine eigene Prüfung.

Doppelstabmattenzaun anthrazit, 183 cm hoch

Hohe Ausführung, wenn der Zaun später mit Sichtschutz kombiniert werden soll. Beim Einhängen unbedingt zu zweit arbeiten. Laut Händler als Satz mit Pfosten und Montagematerial. Herstellerangaben, keine eigene Prüfung.

InterGard führt weitere Höhen und Farben. Preise nennen wir bewusst nicht, weil sie sich ändern – maßgeblich ist der Preis im Shop zum Zeitpunkt der Bestellung.

Tor und Sichtschutz

Ein Gartentor sollte von Anfang an eingeplant werden, denn es braucht eigene, kräftigere Torpfosten und ein exakt passendes Lichtmaß. Nachträglich ein Tor in einen fertigen Zaun zu setzen, heißt meist: eine Matte heraus, zwei Fundamente neu.

Einzeltor aus Doppelstabmatten mit Schloss

Gartentor Einzeltor Doppelstabmatten, 100 cm breit

Schmales Einzeltor als Fußgängerdurchgang im selben Stil wie der Zaun. Weitere Breiten und Höhen im Shop. Herstellerangaben, keine eigene Prüfung.

Für Sichtschutz gibt es zwei Wege: Hart-PVC-Streifen, die durch die Matten geflochten werden, oder Netze und Gewebe, die am Zaun befestigt werden. Netze sind schneller montiert und lassen Wind durch, Streifen sehen hochwertiger aus, erhöhen aber die Windlast – dann sind die Fundamente umso wichtiger.

Braunes Sichtschutzgewebe in Nahaufnahme

Sichtschutznetz braun, 2 × 50 m

Schattiergewebe aus Polyethylen, das am Zaun befestigt wird. Laut Händler etwa 70 bis 80 Prozent blickdicht und winddurchlässig, auch in anderen Farben erhältlich. Herstellerangaben, keine eigene Prüfung.

Die fünf häufigsten Fehler beim Zaunbau

1. Alle Löcher vorab graben

Ein paar Zentimeter Abweichung summieren sich. Am Ende passt die letzte Matte nicht. Besser abwechselnd Matte und Pfosten setzen.

2. Zu flache Fundamente

Frost hebt flache Fundamente an, der Zaun steht nach dem ersten Winter schief. Frostfreie Tiefe einplanen.

3. Nur in eine Richtung ausgerichtet

Ein Pfosten kann entlang der Schnur senkrecht stehen und trotzdem quer dazu kippen. Immer an zwei Seiten mit der Wasserwaage prüfen.

4. Sichtschutz zu früh montieren

Sichtschutz macht aus dem Zaun eine Windfläche. Auf frischen Beton wirkt das wie ein Hebel.

5. Schnittkanten nicht schützen

An der gekürzten Matte ist die Beschichtung offen. Ohne Zinkspray zeigt sich dort schon im ersten Jahr Rost.

Fazit: Lohnt sich der Doppelstabmattenzaun zum Selberbauen?

Klaus Hoffmann, Technik-Redakteur

Klaus Hoffmann

Technik-Redakteur · redaktionelle Einordnung, keine eigenen Tests

Ja – für geübte Heimwerker ist der Doppelstabmattenzaun der dankbarste Zaun zum Selberbauen. Die Elemente sind genormt, es wird nichts geschweißt oder gespannt, und das meiste Werkzeug liegt ohnehin im Keller.

Über das Ergebnis entscheiden nicht die Matten, sondern die Pfosten. Wer frostfrei gründet, Matte und Pfosten abwechselnd setzt und jeden Pfosten in zwei Richtungen lotet, bekommt einen Zaun, der auch nach Jahren gerade steht. Für einen normalen Garten reicht die Standardstärke 6/5/6, die Höhe richtet sich nach dem Zweck – und vor dem Kauf gehört ein kurzer Anruf beim Bauamt dazu.

Planen Sie mindestens zwei Personen und ein trockenes Wochenende ohne Frost ein. Sichtschutz kommt erst, wenn der Beton ausgehärtet ist.

Häufige Fragen

Wie tief müssen Zaunpfosten für einen Doppelstabmattenzaun einbetoniert werden?

Üblich ist ein Fundament, das bis in frostfreie Tiefe reicht, in weiten Teilen Deutschlands etwa 80 Zentimeter. Das Loch sollte rund 30 mal 30 Zentimeter messen. Bei niedrigen Zäunen unter einem Meter genügt oft weniger Tiefe, maßgeblich sind Bodenart, Windlast und die Einbautiefe, die der Hersteller für die Pfostenlänge vorsieht.

Welcher Pfostenabstand ist bei Doppelstabmatten richtig?

Der Abstand ergibt sich aus der Mattenbreite. Die meisten Doppelstabmatten sind 2,51 Meter breit, der Achsabstand der Pfosten liegt dann bei rund 2,51 Metern plus Pfostenbreite. Am sichersten ist es, die Pfosten nicht vorab alle zu setzen, sondern Pfosten und Matte abwechselnd zu montieren, damit die Matte selbst als Abstandshalter dient.

Wie viel Beton braucht man pro Zaunpfosten?

Bei einem Fundament von 30 mal 30 Zentimetern und 80 Zentimetern Tiefe sind es rund 0,07 Kubikmeter, also etwa 70 Liter. Wie viele Säcke Fertigbeton das ergibt, steht als Ergiebigkeit auf der Verpackung. Für Tor- und Eckpfosten lohnt sich ein etwas größeres Fundament, weil dort mehr Kraft wirkt.

Was bedeutet 6/5/6 bei Doppelstabmatten?

Die Zahlen geben die Drahtstärken in Millimetern an: zwei waagerechte Drähte mit je 6 Millimetern umschließen einen senkrechten Draht mit 5 Millimetern. 6/5/6 ist die gängige Standardausführung für Gärten. Die leichtere Variante 5/4/5 ist günstiger, biegt sich aber leichter durch.

Braucht man für einen Gartenzaun eine Genehmigung?

Für normale Gartenzäune in üblicher Höhe meist nicht, doch das regelt jedes Bundesland in seiner Bauordnung selbst, und Bebauungspläne können zusätzliche Vorgaben zu Höhe, Material oder Farbe machen. Vor dem Kauf lohnt deshalb eine kurze Nachfrage beim Bauamt der Gemeinde. Das Nachbarrecht des Bundeslandes regelt zusätzlich, ob und wie an der Grundstücksgrenze eingefriedet werden darf.

Kann man einen Doppelstabmattenzaun allein aufbauen?

Das Ausheben und Betonieren geht allein, für das Einhängen der Matten ist eine zweite Person sehr zu empfehlen. Eine Matte mit 1,83 Metern Höhe und 2,51 Metern Breite ist unhandlich, und beim Ausrichten muss einer halten, während der andere verschraubt.

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